Einzigartiges Pilotprojekt für die jüngste Patientengruppe

Mittlerweile ist bestimmt bekannt, dass ich selbst Mutter von drei Kindern bin, und deshalb liegen mir sämtliche Medizinthemen, in denen es insbesondere um Kinder geht, sehr am Herzen. Von der Babyphase über die Kleinkindphase habe ich bei allen Dreien sehr viel erlebt. Und bei der Diagnostik und Therapie läuft vieles gerade bei den Kleinen, aber auch schon etwas größeren Kids anders als bei erwachsenen Patienten.

Untersuchungen und Diagnosetools, die einem schon im Erwachsenenalter Bauchschmerzen (zusätzlich zur eigentlichen Pathophysiologie hinzu) verursachen, wirken auf Kinder noch einmal viel furchteinflößender.

Umso begrüßenswerter sind Bestrebungen, Kindern weniger angenehme, ja furchteinflößende Untersuchungsmethoden so angenehm wie möglich zu machen. Natürlich gilt das auch für den erwachsenen Patienten, doch kann man als erwachsene Person viel reflektierter mit bestimmten Situationen umgehen. Ein Kind kann dies, meist mangels Erfahrungen nicht. Die MRT-Untersuchung ist ein sehr gutes Beispiel dafür.

Das Projekt „Kinder-MRT“ wurde genau deshalb ins Leben gerufen und soll mit einer innovativen, lärmreduzierenden MR-Technik inmitten einer kindgerechten Umgebung und auf das Kind abgestimmten Untersuchungsabläufen eine angstreduzierte und belastungsarme Diagnostik beim Kind ermöglichen. Wir Erwachsenen können uns gut vorstellen, wie körperlich und psychisch extrem belastend eine solche Untersuchungssituation für Kinder und Jugendliche sein muss.

Das Pilotprojekt „Kinder-MRT“ ist ein in Europa einzigartiges Projekt, das mit Sicherheit einen Innovationsschub in der radiologischen Diagnostik auslösen wird. Insbesondere schwer akut oder chronisch erkrankte Kinder und Jugendliche werden davon enorm profitieren. Eine Patientenpopulation, die sowieso schon einer extremen Stresssituation ausgesetzt ist, wie beispielsweise Kinder mit Krebserkrankungen oder neurologischen Krankheitsbildern.

Bisher ist eine Sedierung oder Narkose gängige Praxis, um aussagekräftige Untersuchungsergebnisse zu erzielen. Neben der vorhanden psychischen Belastung (Ängste) kommt eine körperliche Belastung noch hinzu. Genau hier setzt das Projekt „Kinder-MRT“ an. Die Idee ist neu und innovativ:
Die Vorbereitung auf die Untersuchung erfolgt mit einem Therapeuten, Pädagogen oder Psychologen bei gleichzeitiger „Einübung“ der MRT-Untersuchung. Dabei können sich die Kinder an das Gerät selbst und an das Stillliegen im Gerät gewöhnen und aktiv eine erste Vorstellung davon entwickeln, was auf sie bei der tatsächlichen Untersuchung zukommen wird. Der MRT-Raum selbst und das Gerät erscheinen dabei in einer szenisch gestalteten Erlebniswelt, die alters- und geschlechtsspezifisch variiert. Ziel dabei ist es, dass das Kind die Autonomie über die Untersuchung erhält und aktiver Teil des Untersuchungsteams wird. Die Aufmerksamkeit des Kindes wird somit auch stark weg von der Diagnostik und Erkrankung selbst fokussiert.

Eine bemerkenswerte technische Neuheit sind sogenannte Flüsterfrequenzen, die zuvor extrem laute Geräusche (wie sie bei der MRT auftreten) in ein leises Grundrauschen in Gesprächslautstärke verwandeln und dem Kind somit die Ängste nehmen. Ein Elternteil kann über eine Öffnung neben dem Kind liegen, während es untersucht wird. Das Gerät wirkt somit auch weniger beengend.

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines ganzheitlichen Konzepts mit einer für Kinder und Eltern stressfreien Untersuchung bei gleichzeitig deutlich schnellerer und besserer Diagnostik. Die Auswirkungen dieser Neuausrichtung und Neukonzeption werden im Rahmen einer klinischen-radiologischen Studie bis Ende 2015 in Kooperation mit der Kinderradiologie an der Uniklinik Düsseldorf evaluiert. Letztendlich soll eine Integration des Konzeptes in den bereits bestehenden MRT-Bereich der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Standort Mitte des Klinikums Dortmund erfolgen.

(Beide Bilder zeigen die Gestaltungsweise des Kinder-MRT. Sie sind beispielhaft. Quelle: Klinikum Dortmund/Lurie Children's Hospital of Chicago.)

Zur Finanzierung des Projektes sind Drittmittel von entscheidender Bedeutung. Wer von dieser Sache deshalb genauso begeistert ist wie ich, kann sich  gerne in Form von Spenden beteiligen. Aktuell stehen dem Projekt neben Eigenmitteln und Geldern aus verschiedenen Quellen bereits Spenden in Höhe von 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Um das Projekt Anfang 2015 realisieren zu können, fehlen aber noch weitere Mittel. Aus diesem Grunde stelle ich hier an dieser Stelle sehr gerne das Spendenkonto zur Verfügung. Eine entsprechende Zuwendungsbescheinigung wird ausgestellt.

Spendenkonto:

Klinikum Dortmund gGmbH
Sparkasse Dortmund
BIC DORTDE33XXX
IBAN DE08440501990001237799

 

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