Funktionelle Mitralklappeninsuffizienz (FMI)

Die funktionelle Mitralklappeninsuffizienz tritt in Folge einer fehlenden Koaptation der Mitralklappen bei einer Erweiterung des linken Ventrikels auf. Dies kann sowohl bei Kardiomyopathien ischämischer und idiopathischer Art als auch bei einer Erweiterung des linken Ventrikels aufgrund einer Aortenklappeninsuffizienz der Fall sein. Die deformierte Form des linken Ventrikels führt zu Einschränkungen beim Schließen der Mitralklappe. Die Remodellierung des linken Ventrikels wird weitestgehend als Ursache für die funktionelle Mitralklappeninsuffizienz gesehen. Der linke Ventrikel hat dabei eine ausgeprägte Kugelform und einen größeren Abstand sowie einen vergrößerten Mitralklappenring. Es kommt jedoch weniger häufig zu einer funktionellen Mitralklappeninsuffizienz als man es nach einer Remodellierung des linken Ventrikels erwartet. Das ist wohl auf eine Vergrößerung der Mitralklappensegel als Reaktion auf Veränderungen bei der Vergrößerung des linken Ventrikels und auf eine veränderte Morphologie zurückzuführen. Ursache für die Vergrößerung der Mitralklappensegel ist nicht nur eine Überdehnung, sondern auch das aktive Wachstum der Zellen und Matrix. Eine Vergrößerung der Mitralklappensegel, die zu einer geringer ausfallenden als erwartet funktionellen Mitralklappeninsuffizienz führt, tritt am ehesten bei einer langsam fortschreitenden Überdehnung des linken Ventrikels als bei einer chronischen Aortenklappeninsuffizienz auf. Aus diesem Grunde ist die Wahrscheinlichkeit einer funktionellen Mitralklappeninsuffizienz bei einer Aortenklappeninsuffizienz geringer als in anderen Fällen mit einer entsprechenden Schwere der Überdehnung des linken Ventrikels [Beaudoin J et al, J Am Coll Cardiol. 2013;61:1809-1809].

Englische Übersetzung des Blogbeitrags von Prof. Dr. Johnson Francis MD, DM, FACC, FRCP Edin, vom 27.04.2013, Blog Cardiophile MD

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