Ab 2014 soll im Bankgeschäft vieles einfacher werden…

Ab dem 1. Februar 2014 wird sich im Überweisungsbereich vieles ändern. Wenn wir bisher online eingekauft und dem Verkäufer wie z. B. bei Amazon oder anderen Online-Händlern unsere Bankverbindung mitgeteilt haben, dann wurde der fällige Betrag einfach im Rahmen einer Einzugsermächtigung von unserem Konto abgebucht.

Das ist ab nächstem Jahr nicht mehr möglich und bedeutet vor allem für den Online-Handel eine große Veränderung. Ab dann ist nämlich eine schriftliche Auftragserteilung für die Überweisung vom Kunden an die Bank erforderlich, die weder per E-Mail noch telefonisch abgegeben werden kann. Zusätzlich dazu muss der Zahlungsempfänger den Kontoninhaber 14 Tage im Voraus über die Abbuchung informieren. Mit einer Auftragserteilung beträgt die Einspruchsfrist dann acht Wochen, ohne diese ist auch noch 13 Monate später ein Widerspruch gegen die Abbuchung möglich.

Für die Bezahlung mit der EC-Karte hat das erst ab 2016 Auswirkungen. Bis dahin ist das elektronische Lastschriftverfahren durch eine Unterschrift auf dem Beleg wie z. B. beim Bezahlen an der Supermarktkasse noch möglich. Keine Veränderungen wird es jedoch beim Bezahlen mit der EC-Karte in Zusammenhang mit der PIN-Eingabe geben.

Für uns selbst als Übersetzer hat dies insbesondere Auswirkungen auf die Überweisungen an Kunden. Ab nächstem Jahr werden nämlich keine Kontonummer und Bankleitzahl mehr benötigt, es genügt die Angabe der IBAN-Nummer, wie es jetzt schon bei Auslandsüberweisungen der Fall ist. Im nationalen Bereich reicht hier die IBAN-Nummer, international wird, wie bisher auch, noch die internationale Bankleitzahl BIC benötigt. Das heißt im Klartext, dass wir unsere Finanzbuchhaltung auf das neue SEPA-Verfahren umstellen und die jeweiligen Angaben auch bei inländischen Kunden um die IBAN-Nummer und BIC ergänzen und die unserer Kunden erfassen müssen.

Diese Veränderungen hängen mit der Umsetzung der EU-Zahlungsdienstrichtlinie zusammen, die bereits seit dem 01.11.2009 in Kraft ist. Seitdem gibt es in der gesamten EU die SEPA-Lastschrift. SEPA steht dabei für „Single Euro Payments Area“, einem einheitlichen Verfahren für Bankgeschäfte in allen Ländern, die am SEPA-Verfahren teilnehmen. Somit gibt es keinen Unterschied mehr zwischen nationalen und internationalen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen.

Der Vorteil dieser Maßnahme ist natürlich einerseits die Vereinheitlichung des innereuropäischen Bankgeschäfts. Außerdem gilt diese Zahlungsmethode als sehr sicher, da bei einer falschen Buchung der Kunde (und nicht der Empfänger), der sie erteilt hat, dieser innerhalb einer bestimmten Frist widersprechen kann. Die Bank muss dann das Geld zurückbuchen. Ein falsch überwiesener Betrag kann somit problemlos zurückgeholt werden, muss dann aber in der richtigen Höhe überwiesen werden. Die Zahlungsempfänger haben auch die auf einen Höchstbetrag beschränkten Einzugsermächtigungen zu akzeptieren.

Für den Privatverbraucher soll somit vieles einfacher werden, für Unternehmen und hier insbesondere für die, die Lastschriften online oder per Telefon abwickeln, bedeutet das aber mehr Aufwand und ist auch mit höheren Kosten verbunden. Es ist davon auszugehen, dass diese dann – wie immer – auf den Verbraucher umgewälzt werden.

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