Preisangabe in Angeboten

Die Preisangabenverordnung ist an sich nichts Neues. Das Gesetz gibt es so bereits seit 1985. Letztes Jahr im August gab es eine Änderung.
In dieser Preisangabenverordnung heißt es:

„Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren oder Leistungen anbietet oder als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise).“ (Nachzulesen unter http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/pangv/gesamt.pdf)

Letztverbraucher sind laut Definition „Endverbraucher, die die Ware/Leistung weder weiterveräußern noch sonst gewerblich verwenden (verarbeiten etc.). Dazu gehören auch Gewerbetreibende, die ihren privaten Bedarf an betriebsfremden Waren/Leistungen decken“. Somit sind auch unsere Kunden Letztverbraucher, denn egal, ob wir unsere Übersetzung an einen Privatkunden (= Endverbraucher) oder an einen Direktkunden als Unternehmen (= Endverbraucher) liefern, unsere Dienstleistung, d. h. die Übersetzung, ist hier für den Endverbraucher bestimmt. Bei einer Übersetzungsagentur oder einem Übersetzungsbüro wird eine solche Definition schwierig, denn wir stellen unsere Rechnung in diesem Fall an die Stelle, die die Leistung letztendlich nur weitervermittelt, also kein Endverbraucher ist.

Für die Rechnungsstellung bedeutet dies aber, dass wir in unseren Angeboten nicht nur den Nettopreis angeben dürfen, sondern auch den Gesamtbetrag mit ausgewiesener Mehrwertsteuer anführen müssen. Das ist insbesondere bei Privatkunden ganz wichtig, die ja definitiv Endverbraucher sind. Fragt hier mal jemand, was die beglaubigte Übersetzung kostet, ist deshalb der Bruttopreis anzugeben, denn ansonsten ist es für den Verbraucher irreführend, wenn seine Rechnung letztendlich 19 % höher ausfällt.

Wenn wir uns die Rechnungen anschauen, die wir von Handwerkern, bei Online-Käufen usw. erhalten,  ist überall der Endpreis angegeben. Insofern sollten wir das auch tun und, um auf der sicheren Seite zu sein, in unserem Angebot einfach immer den Preis zzgl. Mehrwertsteuer = Endpreis aufführen. So handhabe ich das auch und mache keinen Unterschied zwischen Privat-, Direkt- oder Agenturkunden. So gibt es dann bei der Rechnungsstellung keine bösen Überraschungen.